Es war wieder eine dieser Nächte. 2 Uhr morgens, das Haus war still, und an Schlaf war nicht zu denken. Jede Position tat weh. Auf dem Rücken — Stechen. Auf der Seite — Ziehen in der Hüfte.
Also stand ich auf, setzte mich an den Schreibtisch und tat das, was ich in solchen Nächten immer tat: recherchieren.
Ich tippte zum hundertsten Mal „chronische Rückenschmerzen Ursache" in die Suchleiste. Und diesmal — zwischen all den üblichen Artikeln über Bandscheiben und Haltung — stieß ich auf einen Fachartikel, der alles veränderte.
Der Artikel beschrieb ein kleines Gelenk zwischen Wirbelsäule und Becken, von dem ich zuletzt während meines Medizinstudiums mal gehört hatte:
das Iliosakralgelenk — kurz ISG.
Und hier ist, was passiert, wenn dieses Gelenk instabil wird:
Durch jahrelanges Sitzen, einseitige Belastung, Heben, Bücken — immer die gleichen Bewegungen, Tag für Tag — gerät das Becken nach und nach aus dem Gleichgewicht. Das ISG wird ungleichmäßig belastet.
Es entstehen immer wieder Reibungen im Gelenk um wenige Millimeter.
Dadurch reizt es die umliegenden Nerven und Muskeln… darunter auch den Ischiasnerv.
Man nennt es auch eine "ISG-Blockade".
Aber was mich wirklich überrascht hat, war der nächste Absatz:
Er erklärte, was nachts passiert:
Wenn man auf der Seite schläft, fällt das obere Bein nach vorne. Die Hüfte verdreht sich. Und das ISG wird stundenlang in einer falschen Position gehalten. Jede Nacht. Sieben, acht Stunden lang.
Genau in der Zeit, in der der Körper eigentlich heilen sollte, baut sich die Reizung komplett neu auf.
Plötzlich machte alles Sinn.
All die Kissen und Matratzenauflagen, die ich gekauft hatte, versprachen zwar Komfort, trugen jedoch nicht dazu bei, die wichtige Ausrichtung meiner Hüften, Wirbelsäule und Knie während der Nacht zu unterstützen.
Deshalb die Schmerzen jeden Tag. Deshalb half Physiotherapie nur bis zum nächsten Tag. Deshalb brachten Schmerzmittel nur ein paar Stunden Ruhe.
Keine einzige Methode, die ich je ausprobiert hatte, behandelte die Nacht oder stabilisierte das ISG tagsüber dort, wo es wirklich sitzt...
Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich das Gefühl, endlich zu verstehen, was mit mir los ist.
Ich brauchte etwas, das dieses Gelenk tagsüber stabilisiert UND nachts vor der Fehlstellung schützt.
Beides. Gleichzeitig. Rund um die Uhr. Sonst würde der Schmerz-Kreislauf nie aufhören.