Also habe ich angefangen, tiefer zu recherchieren. Nicht in den üblichen Leitlinien — sondern in Fachartikeln über Beckeninstabilität, in Studien aus der Schweiz und Skandinavien, in Kongressunterlagen die im normalen Praxisalltag nie auf dem Schreibtisch landen.
Und dabei bin ich auf etwas gestoßen, das alles verändert hat.
Es gibt ein kleines Gelenk zwischen Wirbelsäule und Becken, das in der täglichen Praxis kaum Beachtung bekommt:
Das Iliosakralgelenk — kurz ISG.
Und hier ist, was passiert, wenn dieses Gelenk instabil wird:
Durch jahrelanges Sitzen, einseitige Belastung, Heben, Bücken — immer die gleichen Bewegungen, Tag für Tag — gerät das Becken nach und nach aus dem Gleichgewicht. Das ISG wird ungleichmäßig belastet.
Es entstehen immer wieder Reibungen im Gelenk um wenige Millimeter.
Dadurch reizt es die umliegenden Nerven und Muskeln… darunter auch den Ischiasnerv.
Man nennt es auch eine "ISG-Blockade".
Und diese Blockade verursacht genau die Symptome, mit denen meine Patienten seit Jahren zu mir kommen: Stechen im unteren Rücken, Ziehen in der Hüfte, Brennen bis ins Bein, Morgensteifigkeit.
Aber der Grund, warum kein Arzt es findet? Weil eine ISG-Blockade bei den üblichen MRT-Untersuchungen nicht sichtbar ist. Ärzte schauen auf das Bild, sehen nichts Auffälliges — und verschreiben Physiotherapie. Während die eigentliche Ursache direkt vor den Augen liegt.
Aber was mich wirklich überrascht hat, war, was nachs mit dem Gelenk passiert:
Wenn man auf der Seite schläft, fällt das obere Bein nach vorne. Die Hüfte verdreht sich. Und das ISG wird stundenlang in einer falschen Position gehalten. Jede Nacht. Sieben, acht Stunden lang.
Genau in der Zeit, in der Ihr Körper eigentlich heilen sollte, baut sich die Reizung komplett neu auf.
Plötzlich machte alles Sinn.
All die Kissen und Matratzenauflagen, die ich gekauft hatte, versprachen zwar Komfort, trugen jedoch nicht dazu bei, die wichtige Ausrichtung meiner Hüften, Wirbelsäule und Knie während der Nacht zu unterstützen.
Deshalb die Schmerzen jeden Tag. Deshalb hilft Physiotherapie nur bis zum nächsten Tag. Deshalb bringen Schmerzmittel nur ein paar Stunden Ruhe.
Keine einzige Methode, die Sie je ausprobiert haben, behandelte die Nacht oder stabilisierte das ISG tagsüber dort, wo es wirklich sitzt...
Und genau das ist der Grund, warum bei so vielen Menschen nichts dauerhaft funktioniert.
Das ISG braucht Stabilisierung am Tag und Schutz in der Nacht. Gleichzeitig. Rund um die Uhr.
Fehlt auch nur eines davon, fängt der Kreislauf am nächsten Morgen wieder von vorne an